Angst ist Deine Gelegenheit

Angst ist eine Gelegenheit, kein Hindernis. Dort wo Angst ist begegnest Du Deinen inneren Grenzen. Deinen Glaubenssätzen. Du begegnest dem, was Du selbst von Dir denkst, gelernt hast von Dir zu denken. Dem, was Du glaubst von Dir erwarten zu können und dem, was Du als zu groß, zu gefährlich oder zu anstrengend bewertest. Du begegnest Deiner Missgunst, Deinem Selbstzweifel, der maßlosen Unterschätzung Deiner Kraft. Angst ist eine Bewertung eines Zustands, den Du dir selbst nicht erlaubst zu erreichen. Du hast Angst vor Dingen, vor denen man Dich einst gewarnt hat. Vor Dingen, die ein Anderer nicht geschafft hat. Vor denen sich ein Anderer vor Dir gefürchtet hat.

Angst. Ein Gefühl das uns im evolutionären Kontext vor dem Tod bewahrt hat. So nützlich. So unglaublich hinderlich.

Es gab in meinem Leben nicht eine Situation, in der ich dem Tod auch nur nahe gewesen wäre. Und doch fühle ich diese Angst. Meine Gedanken sind fokussiert auf das Risiko des Scheiterns. Mein Körper reagiert auf Lebensgefahr. Mein Handlungsimpuls ist Vermeidung, Flucht. So viele Möglichkeiten habe ich bereits vermieden. Aus Angst.

Ich muss nicht mutiger sein um in die Angst zu gehen. Angst will verstanden werden. Manchmal dauert dieser Prozess Jahre. Jahrzehnte. Vielleicht ein Leben lang. Angst braucht Fürsorge. Angst braucht Liebe.

Jedes Mal, wenn ich vermeide, nehme ich liebevoll zur Kenntnis, dass meine Angst mich zu schützen versucht. Ich beobachte meine Gedanken. Und am Ende führen sie mich weit zurück. Tief in mein Inneres. Ich verurteile meine Angst nicht, auch wenn sie mich hindert. Sie ist mein innerer Kompass.  Sie weist genau dort hin, worauf ich meinen Blick wenden soll. Wo ich meine Fürsorge brauche. Meine eigene.

Manchmal bin ich nicht bereit. Dann gehe ich weiter. Weiß einfach, dass es diesen Ort gibt, diesen Gedanken. Wenn mich das Leben später dorthin zurück führt, bin ich bereit. Oder beim nächsten Mal. Oder beim nächsten Mal. Irgendwann bin ich bereit.

Das zu tun, ist für mich Selbstliebe. Mich zu heilen. Zu mir zu finden. Frei sein. Freiheit beginnt im Innen.

Meine Inspiration zu diesem Blogpost stammt heute aus einer Dokumentation über Myles Kennedy und sein Soloalbum Year of the Tiger, in dem er den Tod seines Vaters thematisiert.

Myles Kennedy
Quelle: Facebook, Myles Kennedy (@OfficialMylesKennedy), 03.02.2018

Es bewegt mich immer wieder zutiefst, wenn sich Menschen durch ihre Leidenschaft sich selbst zuwenden. Ein Hobby, Sport, Musik, Kunst, Kreativität, Schreiben, Lesen, Hören, Sprechen… Die Liste der Dinge, die uns inspirieren können ist unendlich. Das Geschenk dabei ist, dass wir uns erlauben zu fühlen, ohne dass wir uns zunächst selbst fühlen müssen. Wendest Du deine Aufmerksamkeit einer Sache zu, die Du liebst, wird sie sich irgendwann auf Dich selbst richten. Die Liebe zu etwas anderem wird irgendwann zur Liebe für Dich selbst. Es kann nicht anders sein. Diese Erkenntnis hat in mir ein bedingungsloses Vertrauen ins Leben erzeugt. Wo Vertrauen ist, da ist Liebe. Und wo Liebe ist, sind keine trennenden Gefühle. Auch keine Angst.

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