Der Macher ist es sich selbst wert.

Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele Menschen unzufrieden in einer Situation oder in einem ganzen Lebenskonstrukt verharren. Früher dachte ich, dass der Mensch insgesamt zu unreflektiert ist, um Frustration überhaupt wahrzunehmen oder auch, um sie dem wesentlichen Auslöser richtig zuordnen zu können. Der Großteil der Seelen mit denen ich spreche, weiß es jedoch sehr genau. Und sie wissen sogar noch mehr: Dass sie da wo sie sind, eigentlich nicht sein wollen. Dass sie etwas verändern wollen. Dass sie Zufriedenheit wollen. Doch ist es immer und immer wieder diese eine Sache, die sie alle vereint: Angst.

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Ein Tipp, den ich in Momenten der Angst zum Kotzen oft gehört habe: „Sei mutiger, was kann schon passieren, Risiken muss man eingehen.“ Klasse, dann lauf ich doch sofort los, schalte mein Hirn aus und mache – weil mir nur jemand gefehlt hat, der mir sagt, dass es Mut braucht.

Wenn ich mich mal wieder in mir selbst gefangen halte oder wenn ich mit Menschen arbeite, die sich nicht von ihrer Blockade frei machen können, reduziere ich diese Angst gerne auf eine bewältigbare Größe. Du kennst sie sicherlich, diese Momente, in denen Du eigentlich gerne etwas tun würdest, von dem Du weißt, dass es Dir guttut, dann aber einfach nicht in die Pötte kommst. Ich rede dabei von Tagen, an denen die Sonne scheint und Du eigentlich spazieren gehen möchtest, aber einfach den Sprung aus der Wohnung nicht schaffst. Ich rede davon, dass Du weißt, wie sehr Dich der Kurs im Fitnessstudio nach einem stressigen Tag auf der Arbeit entspannt, Du es aber einfach nicht schaffst hinzugehen. Ich rede davon, dass Du weißt wie gut Dir gesunde Nahrung tut, Du dann aber trotzdem zur Tiefkühlpizza greifst.

Ich rede davon, dass Du die Kleinigkeiten, die ganz eindeutig etwas Gutes für Dich bringen, einfach nicht tust. Wenn Du schon diese Kleinigkeiten nicht konsequent in Dein Leben integrieren kannst, glaubst Du, dass Du dann tiefgreifende Veränderungen angehen kannst? 

Am Ende kannst nur Du selbst in Deinem eigenen Leben die Dinge tun oder nicht tun. Aber es hilft, Menschen im Leben zu haben, die Dir ab und zu mal den Spiegel vorhalten können. Die den Prozess kennen, den Du gehen möchtest, die Deine Vision unterstützen und die schlicht und einfach Dein bestes wollen. Wir glauben oft, dass diese Menschen automatisch da sein müssten, unsere Blutsfamilie zum Beispiel. Ich kann Dich nur dazu auffordern einmal genau hinzuschauen: Sind es wirklich die Menschen deren Rat Du regelmäßig einholst, die Dich pushen, mit ungeschönter Wahrheit aber voller Liebe , die wirklich nur DEIN (und nicht ihr) bestes wollen?

Einer dieser Menschen sagte einmal zu mir:

„Man wird im Leben vor Aufgaben gestellt. Manche sind besonders einfach, wie zum Beispiel jeden Morgen Zähne zu putzen oder den Müll rauszubringen (ok, ist vielleicht nicht für jeden einfach). Andere sind schwierig. Trotzdem ist jede Aufgabe gleich wichtig, weil sie Einfluss auf Dein Leben nimmt. Wenn Du große Aufgaben bewältigen willst, darfst Du nicht an den kleinen scheitern. Um zum Punkt zu kommen: Mach‘ einfach ALLES und vor allem genau dann, wenn Du überhaupt keine Lust darauf hast. Zu sagen, Du bist nicht in der Lage, Dir diese kleinen Geschenke des Alltags zu machen, ist Dir selber gegenüber nicht fair. Und es ist gelogen. Du hast keine andere Wahl als die Dinge einfach stumpf zu tun. Irgendwann werden sie dann Teil Deines Alltags, Du gewöhnst Dich daran und gliederst sie einfach in Deinen Tagesablauf ein. Oder willst Du irgendwann zurück blicken und sagen: Ich bin an mir selbst gescheitert?“

Was Dir leicht und schwer fällt kannst Du sicherlich schnell ermitteln. Vergleiche Dich dabei nicht und akzeptiere, dass Dein Potential ein ganz anderes ist, als das der anderen.

Und am Ende gibt es nur einen einzigen Unterschied zwischen dem Macher und dem Grübler: Der Macher ist es sich selbst wert. 

Das nächste Mal, wenn Du dich selbst davon abhältst, gut mit Dir umzugehen, sage Dir nur diese eine Sache: „Ich sorge dafür, dass es mir gut geht, indem ich tue, was ich brauche. Weil ich nur das beste verdient habe. Genau heute, genau jetzt, immer.“

Das ist Selbstliebe.

Du hältst das für egozentrisch? Genau richtig! Du findest das schlecht? Warum?

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