Mehr dürfen, weniger müssen.

Mein letzter Beitrag ist schon ein ganzes Weilchen her. Als ich den Blog gestartet habe, hatte ich mir vorgenommen, regelmäßig zu schrieben. Nachdem ich begonnen hatte, ist mir jedoch relativ schnell klar geworden, dass Schreiben als kreativer Prozess auch genau das erfordert: Kreativität. Und dazu gehört auch eine große Portion Intuition – im Flow sein.

In den letzten Wochen hat sich in mir so wahnsinnig viel bewegt. Auf persönlicher, emotionaler und auch kognitiver Ebene. Es kamen zum Teil so viele Ideen gleichzeitig auf, dass ich sie niedergeschrieben habe, um sie nicht zu vergessen. In schlaflosen Nächten flogen mir die Visionen gerade so zu. Nicht solche Nächte, in denen Du dich ärgerst, weil in 3 Stunden der Wecker klingelt. Sondern solche, die nie enden dürften, weil dir Deine Seele aus tiefstem Inneren so viele Bilder, Ideen und Chancen schickt. Weil Du spürst, dass Du in diesem Moment absolut authentisch, so völlig Du selbst bist.

Ich habe begonnen, mir zu erlauben, alles tun und alles sein zu dürfen. Weniger Erwartungen an mich selbst zu stellen. Einfach im Fluss zu sein und zu beobachten. Zu beobachten was zu mir kommt. Zu beobachten, was ich brauche. Zu beobachten, was mich aus tiefstem Herzen erfüllt. Vieles davon wusste ich (unterbewusst) bereits. Und trotzdem tue ich einiges noch nicht. Anderes hat mich überrascht. Ich habe mich überrascht. Und wieder ein Mal durfte ich feststellen, dass Reisen – egal wie nah oder fern – den Blick auf Alltägliches völlig verändert. Mir Raum zur Entfaltung gibt. Dafür empfinde ich eine unfassbar tiefe Dankbarkeit. Wie klasse ist es eigentlich, dass ich einfach nur ein paar Minuten, vielleicht eine Stunde weit fahren brauche und alles haben kann?! Loslassen von Emotionen und Anhaftung, Auflösen von Erwartungen, Wahrnehmung der Fülle des Augenblicks, tiefe, innere Ruhe, Dankbarkeit, Liebe. Und das Bewusstsein, dass ich genug bin. So wie ich gerade jetzt bin. Nicht in 2 Jahren oder in 10. Nicht weil ich etwas erreicht habe, oder etwas anstrebe. Genau jetzt, in diesem Moment, ohne etwas zu leisten. Authentisch ich.

Ein Psychologe hat mir vor einigen Wochen einen Impuls gegeben, der etwas in mir manifestiert hat: Wie Du kommunizierst, wirst Du denken und wie Du denkst, wirst Du fühlen. Und ehe Du dich versiehst manifestierst Du in der Realität ein Leben, dass Du durch deine Kommunikation erschaffen hast. 

Vielleicht kennst Du diesen Spruch „Du bist, was Du denkst“. Die Gedanken sind ein so essentieller Teil dessen, was wir als unser Leben, Schicksal oder wie auch immer Du es für Dich benennst, wahrnehmen. Doch mit Kommunikation können wir etwas in unseren Gedanken manifestieren, was Dann später real und tatsächlich zu unserem Leben wird. Genau so funktioniert Affirmation: „Das Geld wird mir immer reichen.“ Ein Satz, der erst mal gar nicht schlecht klingt. Der vielleicht zeigt, dass Dir Geld nicht so wichtig ist, dass Du es im Überfluss bräuchtest. Dass Du eben immer genug zum Leben haben wirst. „Ich werde immer genug Geld haben, um mir alle Wünsche zu erfüllen.“ Du spürst selbst, wie unterschiedlich diese beiden Sätze sind und wie essentiell.

Doch was manifestiere ich durch meine Kommunikation?

Wir tendieren dazu, alles absolut zu betrachten und genau das auszusprechen: Wir MÜSSEN am besten IMMER oder NIE ALLES SOFORT haben / umsetzen / erreichen / bekommen, SONST MÜSSEN wir KONSEQUENZEN ziehen, GRENZEN setzen, uns TRENNEN.

Du kannst in Deiner Kommunikation mit anderen gut beobachten ob Du dazu tendierst, absolut zu sprechen und Gesagtes an Bedingungen zu knüpfen. Und vielleicht kannst Du im nächsten Schritt auch ein Mal Deine Gedanken beobachten. Wie kommunizierst Du eigentlich mit Dir selbst? Meist ist unser innerer Kritiker noch viel lauter, unsere Erwartungen an uns selbst noch viel höher, als die an unsere Mitmenschen.

Was absolute Kommunikation mit Dir macht? Sie erschafft das permanente Gefühl von Enttäuschung, Wut, Trauer, Ohnmacht, Scham und Schuld. Enttäuschung darüber, etwas nicht bekommen zu haben. Wut darüber, gescheitert zu sein. Trauer darüber, im Stich gelassen worden zu sein. Ohnmacht und Hilflosigkeit, etwas nicht verändern zu können. Scham, etwas nicht geschafft zu haben. Schuld darüber, nicht für jeden da sein zu können. Die Liste ist unendlich.

Resultate aus Handeln, Gedanken und Gesprächen können vielseitig sein. Absolut Kommunikation erzeugt überhöhte Erwartungen und gibt uns das Gefühl, wenn diese nicht erreicht werden, seien Konsequenzen erforderlich. Emotionen sind, genau wie jeder Zustand in Deinem Leben, dimensional. D.h. dass jeder Zustand in verschiedensten Ausprägungen und Intensitäten auftreten kann: Freude reicht von einem kleinen Lächeln, über eine freudige Umarmung bis zu einem ausgelassenen Freudentanz und dem Lachflash des Jahrhunderts. Du hast vielleicht die Vision eines eigenen Cafés, arbeitest derzeit noch in Deinem Bürojob und machst gerade einen Baristakurs. Dass Du in diesem Augenblick dein Endziel (noch) nicht erreicht hast, gibt allerdings keine Aussage darüber, wie gut oder schlecht die aktuelle Situation ist, denn ganz offensichtlich ist es unmöglich, heute die Idee eines Cafés im Kopf und Morgen einen fantastischen Laden eröffnet zu haben.

Absolute Kommunikation lässt nur dieses eine große (vielleicht auch oft utopische) Endziel zu. Alle Dimensionen die auf dem Weg zu diesem Ziel liegen, die so wichtig und notwendig für Deine persönliche Entfaltung, das Sammeln von Erfahrungen, Lernen und allem voran für das Genießen sind, werden dabei isoliert. Und Du wirst sie sogar als störend oder zeitraubend empfinden.

Ich möchte Dich dazu einladen, den Prozess Deines Lebens wieder zu genießen. Das Leben passiert für Dich und gibt Dir sowie so genau das, was Du gerade in diesem Moment am meisten brauchst – zum Lernen, Genießen, Wachsen, Entwickeln, Sein.

Lass‘ uns loslassen von Erwartungen – an uns selbst und andere. Und lass‘ uns Ergebnisse – so gut oder schlecht sie auch sein mögen – einfach hinnehmen, ohne sie verändern  zu wollen. Lass‘ uns wieder mehr beobachten – vor allem uns selbst. Und lass‘ uns fühlen. Jedes Gefühl, das kommen möchte. Egal wie schmerzhaft, egal wie erfüllend. Und lass‘ uns das tun, indem wir durch unsere Sprechen und Denken wieder Freiheit und Flexibilität in unser Leben bringen. Mehr dürfen, weniger müssen.

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