Der Mensch hinter WithOwnWORDS

Während ich diese Website starte, bin ich eine 28-jährige, im Leben ab und an orientierungslose aber freundliche Persönlichkeit. „Frau“ wollte ich eigentlich schreiben. Frau. Das klingt so erwachsen. So reif, fokussiert, geradlinig. Aber genau so fühle ich mich und bin ich eben nicht.

Mein Name ist Anja. Aufgewachsen bin ich in einem klassischen, deutschen Arbeiterhaushalt. Meine Mutter war für die Erziehung, mein Vater für die Versorgung zuständig. Emotionalität war dementsprechend verteilt: Ich bin die Tochter einer fürsorglichen, präsenten Mutter und eines distanzierten, cholerischen Vaters. Ich habe eine fast 6 Jahre ältere Schwester. Wir könnten unterschiedlicher nicht sein. Sowohl optisch, als auch charakterlich. Und doch sind wir uns auf eine verklärte Weise nah.

Ich hatte mich unglaublich auf die Grundschule gefreut. „Was glaubst Du, werde ich lieber machen, wenn ich in der Schule bin: Lego spielen oder Hausaufgaben machen?“ Diese Frage habe ich jedem in meinem Umfeld gestellt. Die Antwort war natürlich ganz klar. Bis ich in die Schule kam. Bevor ich jedoch eingeschult werden konnte, musste meine Eignung und Lernfähigkeit festgestellt werden. Wie sich später herausstellte, war das im Kindergarten angenommene Entwicklungsdefizit bei einer namensverwandten Mitschülerin festgestellt worden. Den Test machte ich trotzdem. Und siehe da: Ich wurde regulär eingeschult.

Als einziges Kind aus meiner Kindergartengruppe – den Gänseblümchen – ging ich in eine separate Grundschulklasse, die 1a. Der Strenge unserer Lehrerin konnte ich vor allem durch gute sportliche Leistungen entgehen. Im Deutschunterricht habe ich die Texte regelmäßig zu langsam abgeschrieben. Stattdessen war ich mit Schwätzen beschäftigt. Logisch – soziale Zugehörigkeit entsteht ja nicht von selbst.

Mit einer entsprechenden Empfehlung ging ich nach der 4. Klasse auf eine Realschule. Meine Eltern hatten die Befürchtung, dass ich auf einem Gymnasium nicht bestehen würde. In der Sportklasse konnte ich mich völlig ausleben. Solidarität war selbstverständlich, die Klassengemeinschaft, trotz großer Unterschiede, harmonisch. Mein Bedürfnis nach sozialer Zugehörigkeit gesättigt. Aber das war mir nicht genug, denn schließlich hatte man mir das Gymnasium ja nicht zugetraut. Also stand Leistung im Mittelpunkt – denen werd‘ ich’s zeigen!

Nach der 6. Klasse wechselte ich also auf ein Gymnasium und folgte damit meiner damals besten Freundin. Klar: Zusammengehörigkeit gibt Sicherheit. Meine restliche Schulzeit war geprägt von den gewöhnlichen Up’s und Down’s. Mit meinen Leistungen ordnete ich mich immer im Mittelfeld ein. Meistens im hinteren. Freundschaften wurden geschlossen und gingen verloren. Erfolge waren seltener als Misserfolge. Meine Kontaktfreude minimierten diese Enttäuschung und verschob die Prioritäten. Zwischen dem Wunsch eine der „Coolen“ zu sein und dem nach Gerechtigkeit schwamm ich auf verschiedenen Wellen. Mein Abitur habe ich mit einer passablen Note abgeschlossen. Was bleibt, sind Erinnerungen. An Erlebnisse und an Menschen. Nicht mehr.

Nach dem Abi hatte ich große Pläne. Work and Travel in Australien. Lehramt. Eine neue Stadt. Alleine Leben. Nichts davon wurde Realität, denn ich hatte Angst. Vor dem Alleinsein, der Verantwortung, sozialer Isolation daheim. Und ich hatte keine Ahnung, was ich eigentlich wollte. Also blieb ich, studierte BWL und hatte prima Argumente, wenn mich jemand fragte, warum ich genau diesen Weg ging. Und ehe ich mich versah war aus dem Mädchen mit Träumen eine junge, gewöhnliche, geradlinige Frau geworden.  Mit einem Job in DER Firma im Umkreis. Mit einem überdurchschnittlichen Einkommen. Unabhängig. Zielstrebig.

Tatsächlich hatte ich mich mit dem Bachelor noch nicht genug gefoltert und hängte den MBA in einem berufsbegleitenden Studium gleich noch dran. (Ich verzichte hier bewusst auf den Ausdruck „Master“ um etwaige Diskussionen mit Besitzern echter Master zu vermeiden :-P). Karriere war das Ziel. Mehr Geld. Höher hinaus.

Vielleicht schleicht es sich auch gerade bei Dir ein, während Du diesen Beitrag liest. Dieses ungute Gefühl, diese Rastlosigkeit, Unruhe und Beklemmung. Ohne es zu bemerken, haben mich diese Gefühle viele Jahre meines Lebens begleitet. Soziale Zugehörigkeit und Leistungszwang haben mich weiter gepusht. Bis zu dem Gefühl der Identitätslosigkeit. Doch wofür?

Ich brauchte Anerkennung. Alles was ich tat entsprach dem, was gesellschaftlich angesehen war: Mein Job war sicher, mein Einkommen überdurchschnittlich, mein Bildungsstand konkurrenzfähig, meine Lebensstandard vorzeigbar. Doch nichts davon war genug. Genug, um mich glücklich oder zufrieden zu fühlen. Wie konnte das sein? Warum war das so? Würden nicht so viele andere gerne mit mir tauschen? Unzufriedenheit und Selbstvorwürfe waren meine ständigen Begleiter.

Wer sich permanent unzufrieden fühlt, rastet nicht. Also habe ich mich in verschiedenen Dingen ausprobiert. So habe ich zum Beispiel im Direktvertrieb mit Mary Kay gearbeitet. Ohje, denkst Du jetzt vielleicht, eine dieser Gehirnwäschevereine mit Sektencharakter. Ich hab in diesen 8 Monaten mehr über mich selbst, Bedürfnisse, Träume und Entscheidungen lernen dürfen, als in jedem Buch, jeder Doku, von jedem Motivationscoach oder jedem Gespräch vorher.

Ich habe Dinge getestet, begonnen, wieder beendet und den nächsten Versuch gestartet. Ich hatte Angst vor der Verurteilung meines Umfeldes. Vielleicht war sie da, vielleicht habe ich sie mir eingebildet. So unnormal dieses Vorgehen wirkt, so ab vom Standard, abseits der Norm: Ich habe in dieser Rastlosigkeit eine Perspektive gefunden.

Es gab nicht diesen einen Moment, der mir die Augen geöffnet hat. Ich habe mich mit Mary Kay in ein Umfeld Andersdenkender begeben. In eine Community abseits der gesellschaftlichen Normen. Eine Community, die sich erlaubt, alles zu sein was sie möchte. Die überzeugt davon ist, dass Deine Einzigartigkeit immer ein Erfolgsfaktor ist. Dass Du erfolgreich sein kannst. Als Du selbst. Dass Du deine Definition von Erfolg selbst bestimmen kannst. Und das alles unabhängig davon wer Du bist, woher Du kommst, wie gebildet Du bist, ob Du dick oder dünn, klein oder groß bist und schiefe Zähne, eine hohe Stirn oder krumme Beine hast.

Versteh‘ mich nicht falsch: Ich möchte an dieser Stelle keine Werbung für den Direktvertrieb machen. Ich möchte auch nicht ausdrücken, dass Du deinen Weg nur so finden kannst. Ich möchte Dir folgendes sagen:

Wer Du auch bist, woher Du auch kommst, was es auch ist, was Dich unglücklich macht oder antreibt: Es gibt immer, wirklich IMMER, so viele andere Menschen, die dasselbe fühlen, dasselbe suchen und den Weg bereits vor Dir gegangen sind.  Gemeinschaft, Kommunikation und Austausch sind der Nährboden auf dem wir wachsen. Und deshalb habe ich mich entschieden, dieses Unternehmen zu gründen. Ich freue mich, wenn Du Inspiration in meinem Blog findest und meine Erfahrungen für Dich nutzen kannst. Ich freue mich Dich im Coaching kennenzulernen und Dich auf Deinem ganz persönlichen Weg zu begleiten. 

Mary Kay habe ich hinter mir gelassen. Es ist Teil meiner Entwicklung geworden und der vielleicht entscheidende Anstoß, Verantwortung für mich selbst zu übernehmen. Mir zu erlauben, Ich zu sein. Ich verlasse den sicheren Hafen meines Jobs, meiner Qualifikation, und starte neu – anders – authentisch. Ich bringe ein bisschen mehr Anja in mein Leben und möchte Dich einladen, mich dabei zu begleiten.

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4 Kommentare zu „Der Mensch hinter WithOwnWORDS

  1. Sehr schön geschrieben Anja. Ich bin sehr beeindruckt. Und ich kann mich total in deine Lage versetzen, den genau so geht es mir auch. Mach weiter so.

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  2. Ich habe bisher nur deine posts auf Instagram gesehen. Leider bis auf heute nicht dein Vita gelesen. Wow… ja ich erkenne so einiges wieder. Nur hab ich leider etwas länger gebraucht als du zu verstehen, wie wichtig etwas ist zu tun was man liebt und nicht das was mehr Geld bringt. Den Geld bringt uns meistens nur dazu Dinge zu kaufen die man nicht braucht. Lg

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    1. Hallo David, vielen, vielen Dank für Dein Feedback. Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass man selbst immer das Gefühl hat, es hat zu lange gedauert. “Ich hab einfach das falsche studiert” ist so ein klassischer Gedanke bei mir selbst. Doch am Ende hat jede einzelne Erfahrung dazu geführt, dass Du da bist wo du heute bist. Auf dem Weg zu Dir selbst. Ich denke, das ist es wert 🙂

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